RLT-Anlagen

Der für einen Industriebetrieb notwendige Luftwechsel ist äußerst variabel. Er ergibt sich aus dem hygienisch bedingten Luftwechsel für die Mitarbeiter, dem technisch erforderlichen Luftwechsel zur Abführung von Schadstoffen, Stäuben und Gerüchen sowie auch dem energetisch notwendigen Luftwechsel zur Abfuhr von Wärme aus dem Produktionsprozess. Ähnlich verhält es sich mit dem Temperaturniveau oder auch der relativen Luftfeuchte im Raum – es gilt, die optimalen Bedingungen für Mensch und Maschine, durch das Einsetzen von RLT-Anlagen, zu schaffen.

Auch hinsichtlich der Betriebszeiten besteht eine hohe Varianz. Bei Schichtbetrieb ist die Anzahl der Schichten zu berücksichtigen, bis hin zu einer durchgängigen Nutzung auch über Wochenenden hinweg.


Energieeffizienz

Seit der EnEV 2009 müssen alle neuen und modernisierten RLT- und Klimaanlagen mit einer Einrichtung zur Wärmerückgewinnung ausgestattet sein, die mindestens der Klassifizierung H3 nach DIN EN 13053 entspricht (besser ist H1, denn dieser Effizienzgrad ist förderbar).

Die Ventilatoren zählen zu den größten Stromverbrauchern einer RLT-Anlage, weshalb deren technische Auslegung ein entscheidender Faktor bei der Konzeption effizient arbeitender RLT-Anlagen ist.

Beachtet werden müssen auch die installierten Filter: Es müssen immer die nach aktuell geltenden Richtlinien vorgegebenen Feinstaubklassen eingesetzt werden. Es ist darauf zu achten, dass keine höhere Klasse als notwendig gewählt wird, da feinere Filterelemente zu größerem Druckverlust und damit höheren Energiekosten führen.

Möglichkeiten der betrieblichen Effizienzsteigerung

  • Bedarfsgerechte Luftmengenanpassung
  • Wärme- und Feuchterückgewinnung
  • Reduzierte Luftgeschwindigkeiten
  • Regelungsstrategien

RLT-Anlagen: Lüftungssyteme

Je nach vorherrschenden Bedingungen können die Anforderungen an die Raumlüftung sehr stark variieren. Jeder Anwendungsfall sollte von Fachfirmen exakt geplant werden. So unterscheiden sich die Bedingungen anhand von Produktionsprozessen, Anzahl der Schichten, Staubentwicklung, Hygieneanforderung, Messbedingungen und vielem mehr.

Gemäß der ASR (technische Regeln für Arbeitsstätten) ist eine Frischluftzufuhr dann nötig, wenn die Luftqualität im Inneren nicht der Außenluftqualität entspricht. Maßstab sind die sogenannten MAK-Werte (maximale Arbeitsplatz-Konzentration) bzgl. CO2, Gerüchen, Schadstoffen, Lösungsmitteln, Ozon aus Laserdruckern, Stäuben, Gasen, Dämpfen und weiteren Faktoren.

Gemäß der ASR soll die Temperatur an Büroarbeitsplätzen 26 °C nicht überschreiten.

Lichtbänder im Dach können mit automatisierten Fensterkippmotoren ausgestattet werden. Hierbei sollten Wind- und Regensensoren mit integriert sein.

RLT-Anlagen

Fensterkippmotor

 


Kühlen

RLT-Anlagen: Passives Kühlsystem

Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich eine passive Kühlung anbieten. Diese lässt sich mit geringem Energieaufwand betreiben.

RLT-Anlagen

Heizen und Kühlen mit einer Wärmepumpe

Beispiele

  • Thermische Speichermassen: z. B. Betonkernaktivierung, Fußbodenheizung und -kühlung oder Randstreifenelemente.
  • Nachtlüftung: Die im Sommer kühlere Nachtluft spült die Halle mit frischer kühlerer Luft und drängt die erwärmte Tagesluft nach außen. Empfehlenswert sind hierbei Öffnungen in unterschiedlichen Höhen, um einen Kamineffekt zu erzielen. Die Öffnung der Fenster kann mit Wind- und Regensensoren sowie einem Regelungssystem automatisiert werden.
  • Hybride Kühlung: Der Luftwechsel im Gebäude wird mittels zugeführter Hilfsenergie durch Ventilatoren verstärkt.
  • Erdreich-Luft-Wärmeübertrager (EWT): In 2 Meter Tiefe im Erdreich verlegte Luftkanäle kühlen die Zuluft ab.
  • Wasserführende Systeme: Wärmepumpen mit Erdsonden (100-200 Meter tief im Erdreich) kühlen Wasser auf 18-20 °C. Das Kühlwasser wird anschließend in Betonkerne, Fußböden, Wände oder Kühldecken geleitet.

RLT-Anlagen: Aktives Kühlsystem

Unter aktiver Kühlung ist die Funktionsweise einer Klimaanlage zu verstehen.

Aufgabe von Klimaanlagen in Bürogebäuden und Industriehallen ist die Regelung der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Dabei sollte eine stufenlose und leistungsabhängige Regelung an die bauseitige Gebäudeleittechnik angeschlossen werden können. Einige Fabrikate besitzen alternativ auch die Möglichkeit, Räume durch ein eingebautes Heizregister zu heizen.

Die Auslegung sollte grundsätzlich nur durch eine Fachfirma erfolgen. Darüber hinaus ist auf die Einhaltung der Regelungen der ASR zu achten.

RLT-Anlagen

Industrielle Klimaanlage

Auf einen Blick

Vorteile:

  • Frischluftzufuhr
  • Optimale Raumlufttemperatur

Nachteile:

  • Nicht-ideale Einstellung oder Qualität der Anlage kann zu Erkältungskrankheiten, Unwohlsein sowie Verbreitung von Bakterien und Schimmelpilzen führen
  • Störende Betriebsgeräusche
  • Hoher Energieverbrauch
  • Austritt von klima- und umweltschädlichem Kältemittel möglich

Ein dezentrales Lüftungsgerät versorgt die Räume mit Zuluft. Das Lüftungsgerät heizt oder kühlt die Luft also nicht, sondern filtert und fördert sie lediglich. Die Temperierung geschieht erst dezentral in den Räumen. Das spart Energie, und das Zentrallüftungsgerät sowie das Kanalnetz können kleiner ausgelegt werden.

Zentral-lüften-dezentral-temperieren

Zentral lüften und dezentral temperieren

Die Temperierung (Heizen und Kühlen) kann mit Unterflurkonvektoren, Fan Coils oder anderen Technologien erfolgen.

Unterflurkonvektoren

Unterflurkonvektoren

Fan-Coils

Fan Coils