Ökologie und Ressourcenschonung

Oberstes Ziel ökologischen Handelns ist es, Raubbau an Ressourcen zu vermeiden und somit einen verantwortungsvollen Umgang mit den Materialien dieser Erde anzustreben.

Aspekte ökologischen Handelns

  • Gewinnung der Rohstoffe
  • Prozess der Stoffumwandlung zum fertigen Produkt
  • Notwendiger Energieaufwand
  • Einsatz von Hilfsstoffen
  • Entsorgung und Wiederverwertung

Baustoffinformationssysteme

Für den Klimaschutz ist es nicht nur wichtig, möglichst energiesparende Gebäude zu bauen – es sollte auch der Aufwand betrachtet werden, mit welchem die verwendeten Materialien produziert werden. Eine energieeffiziente Halle zu bauen, welche beispielsweise komplett aus Edelstahl besteht, wäre ökologisch betrachtet ein Desaster, da der Energiebedarf für die Gewinnung und Herstellung des Edelstahls den Energieverbrauch der Halle in seiner Lebenszeit um ein Vielfaches übersteigt. Denn auch die Herstellenergie trägt zum Schaden der Umwelt und erhöhten CO2-Ausstoß bei.

Auch die Recyclingfähigkeit der Baustoffe sollte stets in die Betrachtung miteinbezogen werden, da früher oder später jedes Haus renoviert wird. Naturmaterialien sind hier generell unproblematisch, da sie auch nach ihrer – meist kostenlosen – Entsorgung nicht der Umwelt schaden.


Primärenergieaufwand

Als Primärenergieaufwand bezeichnet man die notwendige Energie, um einen bestimmten Baustoff herzustellen. Dieser errechnete Wert ermöglicht es, die Auswirkungen eines Baustoffs auf die Umwelt einzuschätzen. Ein hoher Primärenergieaufwand entspricht dabei einer größeren Umweltbelastung.

Primärenergieinhalt von Baustoffen in kWh/m3

Aluminium                              195 500

Baukalk                                    310

Baumwolle                               90

Beton                                        580 – 2 770

Blähton                                    430

EPX, XPS                                695

Glas- und Steinwolle             270 – 395

Holzfaserdämmplatten         800 – 1 500

Holzwerkstoffe                       400 – 750

Kalksandstein                         300 – 435

Kokosfasern                            100 – 400

Kork                                          250 – 450

Kupfer                                      113 000

Lehm                                         0 – 60

Mineral(schaum)dämmplatte    270 – 280

Mörtel                                       150 – 625

Porenbeton                              475 – 720

Polyurethan                              1 585

Schafwolle                                 30

Schaumglas                               750 – 2 000

Schilfrohr                                  30 – 50

Stahl, Zink                                 70 000

Vollholz                                      470

Zellulose                                     50 – 150

Zement                                        235 – 365

Ziegel                                           1 040 – 1 360


Zertifikate

Gütesiegel oder Umweltzeichen dienen als Entscheidungshilfe für die Auswahl von Bauprodukten, jedoch erschwert die Vielzahl der unterschiedlichen Labels dabei die Übersicht. Einige Siegel dienen dabei lediglich Marketingzwecken, daher kann sich der Verbraucher nur durch gezieltes Hinterfragen (wie und durch wen erfolgt die Labelvergabe?) vor irreführenden Umweltlogos schützen.

Hier einige grundlegende Informationen zu den bekanntesten Labels:

Umweltzeichen "Blauer Engel"

Dieses Gütesiegel betrachtet meist nur eine bestimmte Eigenschaft, z. B. Emissionsarmut oder Bleifreiheit. Bezüglich Emissionsbelastung ist es teilweise hilfreich, in Detailfragen (z. B. für Allergiker) ist es aber wenig aussagekräftig.

Öko-Test Verlag

In dieser Zeitschrift erhält der Leser eine Entscheidungshilfe. Neben einer allgemeinen Beschreibung werden die Inhaltsstoffe geprüft sowie spezifische Vor- und Nachteile aufgezeigt.

ÖkoPlus-Bewertung

An diesem Zeichen ist zu erkennen, dass der Händler Mitglied in einem Fachhandelsverbund ist, der sich selbst bestimmten Kriterien unterwirft. Insgesamt sind es 25 Bewertungskriterien, vom Rohstoff bis zur Entsorgung.

IBR-Prüfsiegel

Ein Siegel des Instituts für Baubiologie Rosenheim GmbH. Geprüft werden gesundheitlich relevante Kriterien.

Natureplus

Dieses Qualitätszeichen stellt bei der Bewertung besonders hohe Ansprüche an die Produktqualität.

DINB-Qualitätssiegel in Platin

Aussagekräftig und leicht verständlich für Endverbraucher. Der Bewertungsstandard bewegt sich auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.


Holz: FSC, PEFC, „Holz von hier“

FSC (Forest Stewardship Council) steht für die umweltfreundliche, sozial förderliche und zugleich wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung von Wäldern. Dabei ist es jedoch möglich, dass die nachhaltigen Wälder auf Boden gepflanzt wurden, auf dem zuvor Tropenwald stand.

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) steht für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die kontinuierlich im Hinblick auf soziale, ökologische und wirtschaftliche Standards verbessert wird.

Zu beachten ist hier, dass diese weltweit vergebenen Siegel weder die geographische Herkunf noch die Länge der Transportkette vom Rohholz bis zum Endprodukt bewerten.

„Holz von hier“ sagt aus, dass der Baustoff Holz aus einer nachhaltigen Fortwirtschaft stammt und kurze Transportwege zurückgelegt hat.


Nutzungsdauer von Rohstoffen

Nicht jeder Werkstoff ist gleich lang haltbar – die eingesetzten Rohstoffe weisen in ihrer Lebensdauer zum Teil erhebliche Unterschiede auf und sollten daher sorgfältig abgewogen werden.

Nutzungsdauer von Rohstoffen in Jahren

Dachdeckung   

Kupfer, Edelstahl, Stahl, feuerverzinkt                                   > 50

Schiefer                                                                                          50

Dachziegel                                                                                     50

Betondachstein                                                                            50

Faserzementplatte                                                                       50

Bitumenschindeln und -wellplatten                                        25

Reet                                                                                                 30

Außenputz

Putz auf monolithischer Mauer, z. B. Kalkmörtel,                45
Kalkzementmörtel, hydraulischer Kalkmörtel

Putz auf monolithischer Mauer, z. B. Silikatputze,               30
Silikatharzputze, Kunstharzputze

Putz auf Wärmedämmung                                                          30

Fenster (Rahmen/Flügel)

Aluminium, Aluminium-Holz, Aluminium-Kunststoff,        50
Laubholz behandelt, Stahl

Kunststoff, Nadelholz behandelt                                                40

Außenwände

Mauerwerk, Beton, Holz, Stahlbau, Lehmbau u. a.                50

Innenanstrich

Dispersionsfarbe, Dispersions-Silikatfarbe, Silikatfarbe,      15
Silikonharzfarbe, Kunstharzfarbe, Kaseinfarbe, Kalkfarbe,
Lehmfarbe u. a.

Lasur                                                                                                  18

Bodenbeläge

Naturstein/Terrazzo                                                                        50

Vollholzparkett, Holzdielen                                                           50

Holz-Mehrschichtparkett                                                               40

Linoleum/Laminat/PVC/Kork                                                      20

Teppich                                                                                               10


Regionale Baustoffe, regionale Firmen

Nicht nur das Gebäude selbst sollte später einmal wenig Energie verbrauchen – bereits der Bau kann energiesparend erfolgen. Es empfiehlt sich daher, Baufirmen mit kurzen Anfahrtswegen zu beauftragen. Dies spart Energie und ermöglicht zudem einfache Kommunikation und sorgt für schnelle Reaktionszeiten. Baustoffe müssen nicht vorher einmal quer durch Europa oder die Welt befördert werden, sodass sich nicht nur die Ökobilanz verbessert, sondern auch die Transportkosten sinken.

Hölzer wie Eiche, Lärche, Robinie oder Edelkastanie sind Tropenhölzern in puncto Haltbarkeit ebenbürtig oder sogar überlegen. Auch bezüglich Ästhetik und Farbenspiel stehen heimische Hölzer wie Birke, Nussbaum, Platane, Kastanie, Eberesche, Hainbuche oder Vogelkirsche den Tropenhölzern in nichts nach.