Lüftungstechnik


Lüftung

Für jede Wohnsituation ist es wichtig, eine Lüftungstechnik zu finden, das die individuellen Ansprüche optimal bedient. Der Mensch selbst reichert die Innenräume durch Atmung mit Kohlendioxid (CO2) an, welches bei ungenügender Lüftung zu Ermüdung, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten führt. Kontinuierliche Frischluftzufuhr sichert dabei eine hohe Raumluftqualität und dient dem notwendigen Abtransport von Luftfeuchtigkeit. Zudem werden belastende Stoffe aus Einrichtungsgegenständen und Baumaterialien abgeführt.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt vor, dass die Hülle eines neu erbauten Gebäudes dauerhaft luftundurchlässig sein muss. Eine natürliche Lüftung über undichte Türspalte und Fensterfugen, wie es im Bestandsbau üblich ist, findet in Neubauten keine Anwendung mehr. Jedoch muss der für Gesundheit und Bautenschutz erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt werden. Das kann durch die Erstellung eines Lüftungskonzeptes einfach nachgewiesen werden.

In folgenden Sanierungsfällen benötigen auch Besitzer von Bestandsbauten ein Konzept zur Wohnungslüftung:

  • Austausch von mehr als einem Drittel der Fenster bei einem Mehrfamilienhaus
  • Austausch von mehr als einem Drittel der Fenster oder des Dachs bei einem Einfamilienhaus

Bei der Wohnraumlüftung wird zwischen dezentralen und zentralen Systemen unterschieden. Beide Systeme können den Lüftungswärmebedarf senken, indem sie Wärme zurückgewinnen.


Zentrale Wohnungs-Lüftungstechnik

Hierbei versorgt ein einziges Lüftungsgerät die einzelnen Räume mit Frischluft. Benötigt wird dazu ein Luftverteilsystem (Kanäle), welches im Fußboden- oder Deckenaufbau installiert wird. Vorwiegend kommen zentrale Systeme im Neubau zum Einsatz, da der Planungsaufwand vergleichsweise hoch ist.

Lüftungstechnik

Zentrale Wohnraumlüftung im Fußbodenaufbau integriert

Lüftungstechnik

Zentrale Wohnraumlüftung in der Betondecke eingebaut


Dezentrale Wohnungslüftung

Diese Systeme werden gezielt in einzelne Räume verbaut und sind eher für Altbauten geeignet, da sie sich mit geringem Aufwand nachträglich in die Außenwand installieren lassen. Hier sollte auf den Geräuschpegel geachtet werden. Dezentrale Systeme sind immer lauter als zentrale, daher sollten für Schlafbereiche zusätzliche Schallschutzmaßnahmen ergriffen werden.

Beispielschema-dezentrales-Lüftungskonzept

Beispielschema für ein dezentrales Lüftungskonzept

Dezentrales-Lüftungsgerät

Dezentrales Lüftungsgerät


Verkeimung

Um Verkeimung vorzubeugen, kommt es auf die richtige Planung, sachgerechten Einbau und ordnungsgemäßen Betrieb an. Die Rohre und Wärmetauscher müssen stets hygienisch einwandfrei sein und dürfen keine mikrobiellen Belastungen durch Schmutz oder Feuchte aufweisen.


Filter

Die Filter von Lüftungsanlagen müssen regelmäßig gereinigt und ausgetauscht werden, weil dort Feuchtigkeit und Verschmutzung auftreten. Informationen über Kosten und Wechselintervall können beim Hersteller eingeholt werden. Der Wechsel kann i. d. R. vom Hausbesitzer selbst vorgenommen werden. Es sollten stets hochwertige Filter verwendet werden – die erforderliche Filterklasse ist vom Hersteller vorgegeben.


Ventilatoren und Wärmerückgewinnung

Eine Wärmerückgewinnung mit hoher Energieeffizienz ist in jedem Fall empfehlenswert. Durch die Rückgewinnung von Wärme aus der Abluft lässt sich eine beträchtliche Menge an Heizkosten einsparen. Ventilatoren sollten ebenfalls einen hohen Effizienzgrad aufweisen und möglichst geräuscharm sein. Die Hersteller geben Auskunft über beide Aspekte.